Ab wann spricht man von chronischen Schmerzen und gibt es Chancen auf Besserung?
Halten Schmerzen länger als drei Monate so droht laut dem Verständnis der modernen Schmerzforschung die Chronifizierung. Bleibt ein Schmerz länger als ein halbes Jahr oder tritt immer wieder
auf so ist er als eindeutig chronisch anzusehen. Es ist daher wichtig die Schmerzen frühzeitig
und ausreichend zu behandeln, sodass kein Schmerzgedächtnis entsteht. Die Behandlungsperspektive würde sich dadurch verschlechtern.
Schmerzen trotz der Einnahme starker Schmerzmittel. Was tun?
Es ist zunächst notwendig die Ursache der Schmerzen durch eine sorgfältige Diagnostik zu klären.
Das Ergebnis sollte immer wieder überprüft werden, da sich Schmerzen im Laufe einer Krankheit
verändern können. Wenn es während der Behandlung zu Schmerzspitzen (kurzfristige, starke
Schmerzen) kommt ist es wichtig schnell zu reagieren. Zur Therapie solcher Schmerzspitzen kann,
neben den Retardpräparaten zur Behandlung chronischer Schmerzen, zusätzlich ein schnell wirksames Schmerzmittel verabreicht werden. Liegt die Schmerzursache bei den Nerven, so können
stimmungsaufhellende Antidepressiva oder krampflösende Medikamente helfen.
Gibt es längerwirkende Schmerzmittel?
Retardpräparate, die Morphin enthalten wirken zwischen 8 und 24 Stunden. Opioidhaltige Pflaster hingegen sogar drei Tage.
Leichtes Schmerzmittel wegen chronischer Schmerzen, die nicht mehr helfen. Gibt es Alternativen?
Je nach Intensität der Schmerzen werden die richtigen Medikamente eingesetzt. Aus dem Stufen-
plan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht die Empfehlung hervor, leichte Schmerzmittel
der Stufe 1 bei anhaltenden Schmerzen mit schwachen Opioiden der Stufe 2 zu kombinieren. Ist
keine Besserung eingetreten so werden sie mit starken Opioiden der Stufe 3 kombiniert. Es ist
auch möglich bei sehr starken Schmerzen direkt mit Mitteln der Stufe 2 und 3 zu behandeln.
Hartnäckige Verstopfungen durch die Einnahme von Morphinen. Was kann man tun?
Empfehlenswert ist zunächst eine Ernährungsumstellung mit Zufuhr ballastreicher Kost und reichlich
Flüssigkeit, sowie, nach Möglichkeit, ausreichend Bewegung. Eventuell sollte man das Morphin mit
einem Abführmittel kombinieren. Eine Alternative dazu sind opioidhaltige Pflaster. Das Auftreten von
Verstopfungen und der Verbrauch von Abführmitteln verringert sich dadurch im Gegensatz zum Tablettenkonsum deutlich. Wegen der Verstopfung sollte man jedoch das Schmerzmittel keinesfalls
absetzen.
Wie groß ist die Gefahr einer Abhängigkeit bei der Behandlung mit Morphin?
Morphine oder andere Opiate machen nicht süchtig. Es werden bei der Schmerzbehandlung retardierte
Mittel eingesetzt, welche den Wirkstoff gleichmäßig an den Körper anpassen. Es entsteht dabei kein
Rauschzustand wie bei Drogen und die Einnahme erfolgt nicht nach Bedarf sondern nach festem
Zeitplan. Im Idealfall erreicht man so eine Dauerhafte Schmerzfreiheit und der Wunsch nach Schmerzmitteln wird so verhindert.
Gibt es Alternativen zur Schmerzbehandlung mit Medikamenten?
Inzwischen weiß man, dass Schmerzen durch bestimmte Entspannungstechniken deutlich verringert
werden können. Zum Beispiel kann der Patient beim so genannten Biofeedback-Verfahren seinen
Entspannungszustand auf einem Bildschirm oder über Kopfhörer erkennen und somit willentlich beein-
flussen. In der Regel können diese Behandlungsmethoden die Einnahme von Medikamenten bei
chronischen Schmerzen jedoch nicht ersetzen.
Darf man trotz der Einnahme opioidhaltiger Medikamente Auto fahren?
Ist das Schmerzmittel zur Behandlung einer Krankheit notwendig, so erlaubt das Straßenverkehrsgesetz das Autofahren. Es sind jedoch einige Dinge zur eigenen Sicherheit zu beachten. Die Schmerz-
behandlung sollte wirksam und der Therapieverlauf stabil sein. Wichtig sind außerdem ein guter
Allgemeinzustand des Patienten, sowie eine kritische Prüfung auf die Fahrtüchtigkeit durch ihn selbst.
Kann man zur Behandlung von starken Kopfschmerzen die Einnahme synthetischer Mittel zusätzlich mit natürlichen Mitteln kombinieren?
Man muss grundsätzlich zwischen Spannungskopfschmerzen und Migräne unterscheiden. Bei einem
Migräneanfall muss dieser sofort bekämpft werden. Es stehen dafür Triptane zur Verfügung. Für die
Spannungskopfschmerzenbehandlung eignet sich zum Beispiel Acetylsalicsäure (ASS). Die
synthetischen Medikamente haben jedoch auch Nebenwirkungen. Damit sie die volle Wirkung entfalten
müssen sie über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Es dauert außerdem meist
etwas länger bis die die Wirkung eintritt. So geht man jedoch der Gefahr von Problemen wie Magen-
Darm- Blutungen aus dem Weg.